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IFLA WLIC 2023 – Einstieg ins Kongressgeschehen

Wilkommensschild über dem Eingang des Ahoy Veranstaltungszentrums

 

Die Niederlande sind für verschiedene Dinge bekannt – Käse und Tulpen beispielsweise – jedoch eher nicht für traumhaftes Wetter (eine Kollegin berichtete mir erste letzte Woche davon, dass es dort immer „angenehm kühl“ sei). Rotterdam allerdings begrüßte die Bibliothekar*innen dieser Welt am Tag vor Beginn der IFLA WLIC 2023 mit strahlendem Sonnenschein und makellos blauem Himmel. Das Rotterdam Ahoy – seines Zeichens eines der größten Veranstaltungsgebäude in den Niederlanden – war an diesem Tag noch verhalten ruhig, ganz nach dem Motto „Die Ruhe vor dem Sturm“. Eine wunderbare Möglichkeit also, sich zu registrieren, das allzeit sichtbar zu tragende Name Tag abzuholen und sich mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen.

Das Auftakttreffen der deutschsprachigen Teilnehmer*innen startete am Abend mit deutscher Pünktlichkeit und einem kurzen Grußwort von IFLA-Präsidentin 2021-2023 Barbara Lison sowie IFLA Secretary General Sharon Memis. Nach Berichten aus den bibliothekarischen Verbünden den DACH+L-Raumes gab es bei einem kleinen Empfang bereits die erste Möglichkeit für Vernetzung und Austausch. Ein passender und informativer Start in das IFLA-Erlebnis also.

Den eigentlichen Startschuss zur Welt-Bibliothekskonferenz bildete aber für alle Teilnehmer*innen heute am Montag die Opening Ceremony. Mit hoheitlichem Besuch von Prinzessin Laurentien der Niederlande führte der Rotterdamer Rapper und Moderator Jermaine Berkhoudt durch das Programm aus Begrüßungsreden und Tanzeinlagen. Mit Fußgetrappel (eine Idee der Prinzessin) und Applaus wurde die IFLA WLIC 2023 um kurz vor 12:00 eröffnet.

Eröffnung der IFLA WLIC 2023 in Rotterdam

Nach diesem feierlichen Start hatte ich mir für den ersten Tag direkt zwei sehr ernste Themen ausgesucht: Die Session über Toxic Librarianship and Leadership der Continuing Professional Development and Workplace Learning Section (CPDWL) war ausnehmend gut besucht und brachte interessante Einblicke in das Themenfeld „Toxische Verhaltensweisen im Arbeitsumfeld“ über Länder und Kulturen hinweg. In der zweiten Session ging es um die Herausforderungen, vor denen die europäischen Bibliotheken als Bewahrerinnen der Demokratie aktuell stehen. Spannend war vor allem, dass sich mitnichten nur europäische Bibliothekar*innen zu dieser Session entschieden hatten: insbesondere die Einblicke zweier Teilnehmenden aus den USA und Kanada bereicherten die Diskussion an meinem Tisch sehr. Die Anwesenden aus öffentlichen Bibliotheken berichteten über live gestreamte Proteste bei Pride-Week-Lesestunden oder Drag Reading Hours bzw. ihre als realistisch einzustufende Angst vor ähnlichen Vorfällen. Auch wenn mich als Mitarbeiterin einer Hochschulbibliothek dieses Problem nicht direkt betreffen dürfte, gibt es mir doch zu denken. Die zugrunde liegende Problematik der Verbreitung von Falschinformationen und die mitunter mangelhaft ausgeprägte Kompetenz Vieler, diese zu erkennen, sind Themen, die auch mich umtreiben. Nachdenklich drehe ich noch eine kurze Runde über die Exhibition Opening Party und mache mich auf den Weg zurück zur Unterkunft – morgen verspricht ein langer Tag zu werden.

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